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Embodied Intelligence – Quo vadis?

Embodied Intelligence – Quo vadis? Posted on 10. Mai 2017Leave a comment

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Über Embodied Intelligence zu reden, bedeutet, über eine starke KI zu reden. Eine starke KI bezeichnet einen Agenten, der nicht nur eine spezielle Aufgabe lösen soll (wie viele der aktuellen Agenten und smarten Systeme), sondern eine generalistische Intelligenz darstellt, die alles können soll. Oder anders gesagt: Agenten, die ihre Umgebung kennenlernen sollen, um darin zu agieren – also eine dem Menschen ebenbürtige Intelligenz. Die Intelligenz soll anhand der Sensorik, dem Verständnis der Umwelt und dem aktuellen Zustand lernen, eigene Schlüsse zu ziehen. Ein Lebewesen also – nur als Machine.

Systemischer Standpunkt

pexels-photo-176842Embodied Intelligence ist ein Forschungsbereich der immer attraktiver wird. Er umfasst viele Disziplinen. Beteiligt sind dabei unter anderem Psychologen, Linguisten, Informatiker (Robotik & Künstliche Intelligenz), Neuro Scientists sowie viele weitere Forschungsrichtungen. Durch verschiedene Plattformen wie Nao von Aldebaran Robotics sowie die Produkte von Boston Dynamics wurde dieses Gebiet in den letzten Jahren immer weiter getrieben.

Spricht man von so einem System, nutzt man in der Fachsprache häufig den Begriff: Complete Agent. Ein Agenten-System, das über eine physische Verkörperung verfügt. Aber wie funktioniert sowas? Eine Antwort darauf geben die Vertreter des Enaktivismus. Ihrer Ansicht nach entsteht ein Geist ausschließlich durch die Interaktion mit der Umwelt – auch mit seinem eigenen Körper der Teil der Umwelt ist. Humberto Maturana und Francisco Varela (Der Baum der Erkenntnis)  sind die bekanntesten Vertreter dieser These. Ihre Überlegungen waren dabei eher theoretischer Natur. Der Enaktivismus ist aber ein elementarer Bestandteil der Embodied Intelligence. Schließlich benötigt eine Intelligenz einen Körper, durch den sie die Umwelt erfahren kann.

Was kann passieren

Es entsteht die berechtigte Frage nach dem Sinn solcher verkörperter Intelligenzen, welche heutzutage überwiegend Roboter  genannt werden. Für diese Intelligenzen gibt es sehr viele Einsatzoptionen: in Krisengebieten, in gefährlichen Situationen oder bei monotonen Aufgaben. playbotWenn es verkörperte Intelligenzen gibt, müssen auch wir Menschen lernen, mit ihnen umzugehen. Wir befinden uns damit also in einem soziotechnischen System, dass zwar durch den technischen Teil etwas Komplexität mit sich bringt, allerdings das Ziel verfolgt, uns bestimmte Komplexität abzunehmen – meist gefährliche oder schwierige Arbeiten. Menschen und Maschinen müssen also kommunizieren. Zum „In der Umwelt klarkommen“ also auch, Kommunikation mit anderen Individuen – Menschen sowie andere Maschinen.

Neben vielen schwachen Intelligenzen wie Alexa, Siri und Home Automation Systeme werden uns in der Zukunft immer mehr smarte Systeme umgeben. Für uns Menschen wird der Aufwand in der Kommunikation steigen, da sich immer mehr heterogene Akteure in unserer Umwelt aufhalten. Allerdings könnte sich auch unser täglicher Arbeitsaufwand drastisch herunterfahren. Im besten Fall bezahlen wir also die hohe Kommunikationskomplexität mit der Komplexität die dir bei unserer täglichen Aktivität einsparen.

Weiterführend

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