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Darum arbeitet Uber schon aktiv an der Zukunft

Darum arbeitet Uber schon aktiv an der Zukunft Posted on 5. Februar 2017Leave a comment

In diesem Artikel werde ich kurz skizzieren, wie Uber jetzt schon aktiv an ihrer Unternehmensmission arbeitet und was man davon lernen kann.




In der Vergangenheit

Business Modelle waren früher recht simpel. Man hat dem Kunden gegen eine Zahlung von Geld oder anderen Ressourcen eine Leistung angeboten. Im Grunde gibt es dieses Prinzip schon, seitdem es Menschen gibt. Es war ein simpler Handel. Der Handel war im besten Falle ein gutes Geschäft für Käufer und Verkäufer. Allerdings hat dieser Handel dem Verkäufer nicht direkt geholfen, sein Geschäft zu skalieren beziehungsweise eine Vision zu verfolgen. Es war ein Tausch von Gütern. Im 18. und 19. Jahrhundert (oder nehmen wir gleich das Jahr 1753) kam die Begriffsbildung des Kapitalismus zum ersten Mal auf, davor gab es lediglich vereinzelt Bezeichnungen, die das Anhäufen von Kapital stigmatisierten. Mit dem Bekennen des ‚Kapitalismus‘ war nun nicht mehr nur die Anhäufung von Kapital gemeint, sondern auch das, was der Anhäufung vorausgeht: das stetige Wachstum. Für Industrielle des 20. Jahrhunderts (und auch für Selbige in den ersten Jahren des 21. Jhd. bis ins Jahr 2009) war es ein unerfüllter Traum, einem Kunden ein Produkt zu verkaufen, bei dem er durch ständige Benutzung des Produkts in das Entstehen eines neuen Produktes einzahlt. Aber, gibt es sowas heut?

Dann kam UBER

Mathworks Blog on Uber Data
Mathworks Blog on Uber Data

Uber tut genau das. Uber hat eine App entwickelt, bei der ein Fahrer eine beliebige Person von A nach B transportiert. Im Grunde funktioniert das ganze wie ein Old-Economy Taxiunternehmen, nur viel flexibler – Shared Economy nennt sich das Prinzip (hier und hier). Leider muss man erwähnen, dass sich nicht jeder in der Shred Economy wohlfühlt. Viele Fahrer von Uber sind beispielsweise arbeitslos und helfen mit ihrem Arrangement bei Uber tatsächlich mit, noch mehr Arbeitslose zu schaffen. Die Rede ist von instabilen Taxifirmen, die mit Uber-Preisen nicht konkurrieren können. Was viele Uber-Fahrer außerdem nicht wissen:  Ihr Job verfolgt den Zweck, Daten zu sammeln, um sie selbst zu ersetzen.





Kleiner Exkurs. Unternehmen stellen sich heutzutage sehr visionär auf. Genauso wie Tesla!  Die Vision dieser Firma ist es, der größte und effizienteste Batteriehersteller der Welt zu werden. Sie tun es nicht mit Batterien, sondern mit dem zukünftig größten Use-Case für Batterien – elektrische Autos. Uber verhält sich da relativ ähnlich. Sie wollen das größte und effizienteste Taxiunternehmen für autonome Fahrzeuge werden, wofür sie aktiv Daten sammeln. Mit diesen Daten kann man alle Fahrzeuge je nach Uhrzeit und Ort so verlagern, dass man effizientes autonomes Car-Sharing betreiben kann. Diese Unternehmen kümmern sich um alles, was nötig ist, um ihre Vision zu erreichen. So kommunizieren sie sich auch: als Autohersteller sowie als Shared Economy App für Taxifahrten.

Was kann man davon lernen?

Das Daten-Problem kennt jeder, der mit Daten arbeiten will oder muss. Keine Daten, keine Competition. Uber hat einen Aspekt grundlegend richtig gemacht: Ihre User liefern ihnen Daten, die ihre Unternehmensmission vorantreibt. Außerdem sind sie in der Lage, diese Daten auszuwerten, wie sie auf ihrem Engineering-Blog oft deutlich gezeigt haben (Eng-Blog von Uber). Aus der Sicht eines Data Scientists sind das natürlich rosige Aussichten. Immerhin arbeiten alle Kunden aktiv mit, Daten für intelligentere Algorithmen zu schaffen, in dem sie freiwillig Annotationen (eine lernbare Beschreibung für Datenpunkte) zur Verfügung stellen. Mit Sicherheit kann man das von Uber lernen. Die Vision von Uber ist für mich allerdings eher eine Commonwealth-Lösung, die versucht, zwischen vielen Old Economy Playern (Taxiunternehmen) ihren Platz zu finden. Dabei ist die Vision so disruptiv, dass die Konkurrenz auf lange Sicht keine Chance hat (selbst in einem überregulierten Land wie Deutschland nicht). Es liegt nun wie immer an der Politik, Regeln vorzugeben und die Transition so erträglich wie möglich zu machen.

Und was bleibt?

  • Smartphones ermöglichen es, User verschiedene Datenpunkte freiwillig annotieren zu lassen.
  • Daten sammeln, um den Commonwealth zu fördern, war noch nie eine schlechte Idee.
  • Kommende Tech-Unternehmen werden ähnlich agieren und damit den Fokus zu ihren Langzeit-Visionen bewegen.

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