Bei Software zahlt man einmal für die Einführung und dann für Lizenzen. Bei KI-Anwendungen ist das anders, und der Unterschied ist wirtschaftlich bedeutsam.

Die vier Kostenblöcke

Kostenstruktur eines typischen KI-Projekts
BlockArtPlanbarkeit
Einführungeinmaliggut – Festpreis möglich
Modellaufrufelaufend, mengenabhängigschlecht – hängt an der Nutzung
Datenaufbereitungeinmalig, hoher Anteilmittel – erst nach Datenprüfung
Überwachung und Pflegelaufendgut – als Aufwand je Monat

Die unangenehme Eigenschaft

Erfolg erhöht die laufenden Kosten. Wer mit dreißig Anfragen am Tag kalkuliert und dreihundert bekommt, hat ein schönes Problem mit einer Rechnung dahinter.

Daraus folgt: vor der Entscheidung hochrechnen. Kosten je Vorgang mal erwartete Vorgänge mal zwölf Monate. Und einen Kostendeckel einrichten, der bei Überschreitung meldet – nicht erst die Rechnung.

Ein Faktor, der oft fehlt

Deutsche Texte brauchen bei gleichem Inhalt mehr Token als englische, weil zusammengesetzte Wörter in mehrere Bausteine zerlegt werden. Wer englische Beispielrechnungen übernimmt, rechnet zu niedrig.

Die Rechnung, die vor der Entscheidung steht

  1. Wie oft kommt der Vorgang vor?

    Pro Tag, pro Monat. Eine gezählte Zahl, keine geschätzte.

  2. Wie lange dauert er heute?

    Gemessen an einer Stichprobe, nicht gefragt.

  3. Was kostet ein Durchlauf im neuen System?

    Aus dem Pilotbetrieb, inklusive der Fälle, die nachbearbeitet werden müssen.

  4. Was bleibt übrig?

    Ersparnis minus laufende Kosten minus Nacharbeit. Erst diese Zahl trägt eine Entscheidung.

Ausschlusskriterium

Ein Anbieter, der mit Effizienzsteigerungen in Prozent arbeitet, ohne die Grundgesamtheit zu nennen, hat diese Rechnung nicht gemacht. Nachzufragen kostet nichts und klärt viel.