Prompt Engineering hat einen zweifelhaften Ruf, weil viel Unfug darunter verkauft wird. Der nüchterne Kern: Es ist die einzige Maßnahme, die sofort wirkt und nichts kostet.

Die vier Bausteine

  1. Rolle und Aufgabe

    Wer soll das System sein, und was genau soll herauskommen? Nicht „hilf mir mit Texten“, sondern „fasse Kundenanfragen in drei Stichpunkten für die Weiterleitung an den Fachbereich zusammen“.

  2. Beispiele

    Zwei bis fünf Paare aus Eingabe und gewünschter Ausgabe. Das wirkt in der Praxis stärker als jede Formulierungskunst.

  3. Ausgabeformat

    Ausdrücklich benennen: Stichpunkte, Tabelle, JSON, maximale Länge. Sonst variiert das Format je Aufruf, und die Weiterverarbeitung bricht.

  4. Erlaubnis zu schweigen

    „Wenn die Unterlagen die Frage nicht beantworten, sage das und rate nicht.“ Ein Satz, der erfundene Angaben messbar senkt.

Der wirksamste einzelne Satz

„Antworte ausschließlich auf Grundlage der beigefügten Unterlagen. Zitiere für jede Aussage die Fundstelle. Wenn die Unterlagen keine Antwort hergeben, schreibe: Dazu liegt mir nichts vor.“

Was weniger bringt als behauptet

  • Höflichkeitsfloskeln und Dringlichkeitsformeln
  • Sehr lange Rollenbeschreibungen ohne Aufgabenbezug
  • Aufforderungen, gründlich nachzudenken, bei Modellen mit eigenem Denkmodus
  • Prompt-Sammlungen aus dem Internet ohne Bezug zum eigenen Fall

Der Teil, der im Betrieb zählt

Produktiv eingesetzte Anweisungen sind Programmcode – nur ohne Fehlermeldung, wenn sie schlechter werden. Daraus folgt:

Betriebliche Mindestausstattung für produktive Prompts
ElementWarum
VersionierungNachvollziehen, welche Fassung wann lief und was sich geändert hat
Testfallsammlung20 bis 50 Eingaben mit erwarteter Ausgabe, nach jeder Änderung durchlaufen
Böswillige TestfälleUmgehungsversuche und eingeschleuste Anweisungen mitprüfen
Modellversion festhaltenBei Abweichungen wissen, ob der Prompt oder das Modell sich geändert hat