Kaum ein Feld wird so oft als Beispiel für den Nutzen von KI genannt – und kaum eines zeigt so deutlich, dass Technik nicht der begrenzende Faktor ist.
Wo es funktioniert
| Feld | Aufgabe | Rolle des Systems |
|---|---|---|
| Radiologie | Auffälligkeiten in Aufnahmen markieren | Unterstützend, priorisierend |
| Pathologie | Gewebeschnitte vorsortieren | Unterstützend |
| Augenheilkunde | Netzhautveränderungen erkennen | Screening, teils eigenständig zugelassen |
| Verwaltung | Dokumentation, Kodierung, Terminplanung | Entlastend, ohne Patientenbezug in der Entscheidung |
Die Verwaltung. Dokumentation, Kodierung und Terminplanung binden erhebliche Arbeitszeit, sind regulatorisch unkritisch und bieten den klarsten Nutzennachweis. Das ist weniger eindrucksvoll als Diagnostik und in der Umsetzung deutlich schneller.
Die doppelte Regulierung
Medizinische KI-Anwendungen fallen typischerweise unter das Medizinprodukterecht mit seiner Konformitätsbewertung – und zusätzlich unter die KI-Verordnung. Für KI, die in regulierte Produkte eingebettet ist, gelten die vollen Pflichten nach Anhang I ab dem 2. August 2028.
Woran es tatsächlich hakt
- Anbindung an Klinikinformationssysteme, die dafür nicht gebaut wurden
- Datenbestände, die zwischen Einrichtungen nicht vergleichbar sind
- Ungeklärte Abrechnung – wer bezahlt die laufenden Kosten?
- Modelle, die auf anderen Patientengruppen trainiert wurden als denen vor Ort
Der letzte Punkt ist der methodisch heikelste: Ein System, das an einer Klinik hervorragende Werte erreicht, kann an einer anderen deutlich schlechter abschneiden – wegen anderer Gerätetypen, anderer Aufnahmeprotokolle, anderer Patientenzusammensetzung.
Dieser Beitrag beschreibt den technischen und regulatorischen Stand. Er ersetzt keine ärztliche Beratung und keine Aussage zu einzelnen Produkten.